Kleine Geschichte der Feuerwehr Feuchtwangen
Von der Gründung über das Gerätehaus in der Schranne bis zur Erweiterung und Sanierung
Die Gefahr einer Feuersbrunst in den Städten war seit jeher groß und den Menschen auch bewusst. Um solchen Großfeuern vorzubeugen, wurden "Feuerordnungen" erlassen. In ihnen wurde festgelegt, wie sich die Bevölkerung im Brandfall zu verhalten und wer welchen Dienst zu verrichten habe. In dieser Verordnung, erlassen 1715 zu Ansbach, wurde eine jährliche Feuerbeschau vorgeschrieben.
Die ersten mechanischen Löschgeräte kamen im 17. Jahrhundert in Gebrauch, vorher
war die Eimerkette die einzige Löschweise, wobei auch mit Einreißhaken das
brennende Haus zum Einsturz gebracht wurde. 1719 wurde in Feuchtwangen eine Feuer-
spritze (neue Wasserkunst) und 1751 eine weitere Spritze angeschafft. Da diese beiden
nicht sehr leistungsfähig waren, wurde 1765 eine dritte zum Preis von 375 Gulden gekauft.
Die Ersteren waren in der Kornschranne untergebracht, die neue Spritze im Rathaus.
Trotz vielfacher behördlicher Anstrengungen und Erlasse zeigte sich, dass das Feuerlösch-wesen veraltet und die Aufgaben der Brandbekämüfung nicht durch die gesamte Bürgerschaft zu lösen war. Aus dieser Erkenntnis kam es am 24. August 1865 zur ersten Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Feuchtwangen. Um diese entsprechend mit Gerät ausrüsten zu können, nahm die Stadt 1868 ein Darlehen von 400 Gulden auf.
Die fortschreitende Technik wurde auch in Feuchtwangen genutzt, 1926 wurde auf dem Rathaus eine Sirene
installiert und 1935 die erste Motorspritze gekauft ( TS 12 - Paul Ludwig Lafettenspritze ).
Nach dem Krieg war der Bestand an Löschgerät sehr mangelhaft. Das einzige Löschfahrzeug, ein LF 8, hatte die Besatzung mitgenommen. Vorhanden waren nur noch zwei veraltete TS 8. Unter Mithilfe des Land-kreises konnte 1947 wieder ein Löschfahrzeug LF 15 Baujahr 1945 angeschafft werden. 1955 bekam die Wehr einen Tragkraftspritzenanhänger und 1957 ein Tragkraftspirtzenfahrzeug (den DKW) 1962 wurde die Wehr mit einem LF 8 TS und 1965 mit einem Ölschadenanhänger
ausgerüstet. Alle diese Geräte waren in der Schranne untergebracht, wo auch die Schlauchpflege stattfand. Gewaschen wurden die Schläuche auf der Straße indem sie mit Wasser abgespritzt und mit Besen geschrubbt wurden. Zum Trocknen wurden sie im Dachboden der Schranne über Stangen und durch das "Balkenloch" aufgehängt.

Feuerwehrgerätehaus - Schranne
Als Anfang der 60er Jahre drei Fahrzeuge des Luftschutzhilfdienstes nach Feuchtwangen kamen, wurde die Schlagkraft der Wehr zwar enorm erhöht, der Platz in der Schranne aber beängstigend knapp. Ein LF 16 TS musste bereits in einer Garage im Bauhof an der Mooswiese unterkommen.
1964 konnte das heutige Grundstück an der Mooswiese für 41.000 DM erworben werden. Bereits im Oktober 1965 konnte der erste Bauabschnitt, eine Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen, einer auf drei Abschnitte ausgelegten Planung vom Januar desselben Jahres fertiggestellt werden. Die Baukosten beliefen sich auf 186.000 DM.
Feuerwehrgerätehaus - Mooswiese im Jahr 1966
1973 vom Stadtrat beschlossen, wurde 1974 eine waagerecht arbeitende Schlauchwasch- und Trocknungsanlage an der Ostseite der Fahrzeughalle angebaut.
1984 folgte ein dritter Bauabschnitt, der allerdings von der ursprünglichen Planung erheblich abwich. Er beinhaltete drei weitere Stellplätze für Einsatzfahrzeuge, einem Unterrichtsraum, einer Atemschutzwerk-statt, Toiletten und die Einsatzzentrale.

Feuerwehrgerätehaus - Mooswiese im Jahr 2003
Die Mitglieder der Feuerwehr sind hoch erfreut, dass sie nun mit der Sanierung und Erweiterung des Feuer-wehrgerätehauses vom Stadtrat der Stadt Feuchtwangen einen Bau zur Verfügung gestellt bekommen, der in allen Belangen den enorm gewachsenen Anforderungen an eine moderne Feuerwehr gerecht wird. |